KRINKO-Empfehlung: Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens
Im Jahr 2016 aktualisierte die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) ihre Empfehlungen für die Händehygiene.
Im Jahr 2016 aktualisierte die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) ihre Empfehlungen für die Händehygiene.
Der Nutzen der Händehygiene ist wissenschaftlich belegt, doch im Klinikalltag geht das Einhalten von Hygienevorschriften immer wieder unter. Der Genfer „Infection Prevention and Control“ (IPC) –Think Tank um Didier Pittet stellt in einer 2019 erschienenen Publikation fest, dass es bei der Vermittlung der Hygienepraxis vor allem auf die Schulung von Implementierungskompetenzen ankommt.
Univ.-Prof. Dr. Ojan Assadian, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (ÖGKH) und Ärztlicher Direktor am Landesklinikum Neunkirchen, war Mit-Autor eines Expertisen-Papiers der “Initiative Sicherheit im OP” (SIOP) zur Infektionsprophylaxe von Hüft- und Knieendoprothetik. Im Interview gibt er Einblicke in die wichtigsten Punkte des Papiers.
Jedes Jahr erleiden mehr als eine halbe Million Patient:innen in Europa eine postoperative Wundinfektion, auch Surgical Site Infection (SSI) genannt. Das Tragen von zwei Paar Operationshandschuhen übereinander, die sogenannte doppelte Behandschuhung, kann das SSI-Risiko verringern und sowohl Patient:innen als auch medizinisches Personal schützen. Wenn der äußere OP-Handschuh beschädigt wird, bietet ein Unterziehhandschuh eine zweite Kontaminationsbarriere. Aber sind zwei Handschuhe wirklich besser als einer? Wir schauen uns die Ergebnisse einschlägiger Studien an.
Die Wahl des richtigen OP-Mantels für jede Art von chirurgischen Eingriffen ist schwerer als man denkt. Viele verschiedene Aspekte wie die Anforderungen an die Hygiene, der Tragekomfort und auch die Kosteneffizienz spielen hierbei eine Rolle. Wie kürzlich veröffentlichte Studien zeigen, sind Einweg-Operationsmäntel oft die beste Wahl und bieten am meisten Schutz bei risikoreichen Operationen.
Gelenkersatz-Operationen haben für viele Patient:innen einen erheblichen therapeutischen Nutzen, da sie Schmerzen lindern und die Mobilität verbessern. Die Vorteile solcher Operationen können jedoch durch postoperative Wundinfektionen (SSI), die mit einer hohen Morbidität einhergehen, stark beeinträchtigt werden. Die SSI-assoziierten Risikofaktoren zu reduzieren und Infektionskontroll-Protokolle vor, während und nach der Operation strikt einzuhalten, ist entscheidend. So lassen sich Infektionen minimieren und ein positives Ergebnis sicherstellen.
Die Wundreinigung und die Anwendung adäquater phasenorientierter Wundauflagen sind eine wichtige Verteidigungslinie gegen Infektionen der Operationsstelle (SSI), von denen jedes Jahr Millionen von Patienten betroffen sind. Wundverbände wirken nicht nur als physische Barriere zur Vermeidung von Wundkontaminationen, sondern können den Heilungsprozess aktiv unterstützen.
Medizinische Handschuhe sind neben der hygienischen Händedesinfektion die wichtigste Maßnahme zur Infektionskontrolle. Hygieneexperte Prof. Dr. Günter Kampf erklärt, wann und warum sie getragen werden sollten.